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Schule

Zukunft ermöglichen

Wenig Chancen auf gute Bildung

Durch eine gute Bildung können Kinder ihre eigene Zukunft aktiv gestalten und mit den erlernten Fähigkeiten nachhaltig Einfluss auf Veränderungen in ihrem Land nehmen.

Die Bildung in Haiti hat leider einen sehr schlechten Ruf. Da der Staat auf diesem Gebiet jahrzehntelang kläglich versagt hat, sind heute laut Auswärtigem Amt über 80 Prozent der Schulen privatisiert. Das bedeutet, dass für den Schulbesuch hohe Gebühren anfallen. Dazu kommen Anschaffungskosten für Schulmaterialien wie Bücher, Hefte, Stifte und für die Schuluniformen. Daher ist der Besuch einer Schule für viele Kinder in dem verarmten Karibikstaat nur schwer oder sogar gar nicht finanzierbar. Die Folge ist ein zu niedriger Anteil an Einschulungen sowie eine hohe Abbruchquote. 40 Prozent der erwachsenen Bevölkerung sind Analphabeten. Viele Lehrer sind nicht gut ausgebildet. Zudem sind viele Schulen schlecht ausgestattet und die Klassen sind zu groß.

Seit einiger Zeit hindern massive Bandengewalt und politische Unruhen viele Schüler daran regelmäßig den Unterricht zu besuchen. Der Zugang zu Bildung ist vielfach eingeschränkt.

Kostenlose Bildung für die Ärmsten der Armen

Seit dem schweren Erdbeben 2010 ist To All Nations in Haiti in der Kinder- und Waisenhilfe aktiv. Neben dem Betreiben des Kinderheims „Jwa timoun yo“ arbeitet To All Nations in Canaan. Canaan ist nach dem schweren Erdbeben 2010 als Notaufnahmelager am Rande der Hauptstadt Port-au-Prince entstanden. Das Auffanglager entwickelt sich seitdem zu einer informellen Siedlung, die ein fester Wohnsitz für tausende Menschen geworden.

In Canaan mangelt es jedoch an jeglicher Infrastruktur. Daher gründet To All Nations 2013 die Schule „lekòl mixte sainte trinité“. Die Schule wird durch Haitianer verwaltet und von To All Nations betreut und finanziell unterstützt. Kindern aus sozialschwachen Familien haben kostenlosen Zugang zu Bildung und somit eine Perspektive für ihre Zukunft. Momentan besuchen etwa 300 Schülerinnen und Schüler den Kindergarten und die Klassen eins bis sechs der Primärschule sowie die Klassen sieben bis neun der Sekundarstufe. Sie werden von ortsansässigen Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet, welche durch die sichere Beschäftigung ihre Familie ernähren können.

Neben dem Unterricht und Schulmaterialien bekommen die Kinder eine warme Mahlzeit am Tag, die meist aus Reis und Bohnen besteht – für die meisten Kinder ist das Schulessen die einzige Mahlzeit am Tag. In einer morgendlichen Andacht hören die Schüler täglich aus Gottes Wort.

Zusätzliche Bildungsangebote

Zeitnah sollen zum planmäßigen Unterricht ein Näh- und Informatikunterricht angeboten werden. Die erlernten Fähigkeiten an der Nähmaschine und dem Computer soll ihnen eine höhere Chance auf dem Ausbildungs- und Berufsmarkt gewähren.